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News

Eröffnung neuer Einzelausstellung 

"THE ARTIST NIGHTDREAM, was of soft Blackness"

18. März bis 09. April

Aufgrund der Fragilität der Arbeiten können Sie die Ausstellung jederzeit nach Anmeldung unter amelierussana@gmail.com besuchen.  

Upcoming Show

"THE ARTIST NIGHTDREAM, was of soft Blackness"

„Ich setze die Arbeit im Atelier fort. Die Bilder, die mich überwältigt haben, denen ich mich hingeben musste, offenbarten die Soñadoras (die Träumerinnen). Immer wieder taucht die Soñadora auf. Es werden immer mehr. Und jetzt?

 

Sie haben mich nicht zurückgelassen, sie haben mich nicht auf Distanz gehalten. Von Zeit zu Zeit wollen die Werke die Künstlerin fernhalten, aber nicht sie. Sie haben mich mitgenommen und mit mir geteilt, was sie mit so viel Geheimniskrämerei, so viel Verführung und intakter Unschuld bewahrt haben. Sie teilten ihren Traum mit mir. Ja, ihren gemeinsamen Traum.

 

Ein tiefschwarzer Traum voller Wärme: Das Universum, das geboren wird, der Saft des Lebens, der durch Sterne, Zeit und Dschungel fließt, eine Schwangere, die von Glühwürmchen begleitet wird, die tanzenden Galaxien und eine Schlange, die durch die Vorhänge der Knochen gleitet.

 

Und wie bei Aschenputtel höre ich, wenn es 5 Uhr abends schlägt, auf, den Traum zu zeichnen. Ich setze die Künstlermaske auf und setze mich zwischen die Arme des Traums. Der Vorgang wiederholt sich täglich. Es wundert mich, wie alles ohne mein Herbeirufen einfach erscheint und Schritt für Schritt verschmelze ich mit dem Traum.

 

Nur um zu erkennen, dass die Soñadoras mich nicht zu ihrem Traum geführt haben, sondern dass es eigentlich immer der Traum der Künstlerin war, dass es mein Traum war, den ich in den letzten Monaten gezeichnet habe. Und mich packt der Griff der kalten Angst, weil ich weiß, dass die Öffnung der Verletzlichkeit zum Betrachter hin, vielleicht mehr sein wird als ich ertragen kann. Hier bin ich nackt und verletzlich, bereit zu explodieren oder zu verschwinden. Wir werden sehen."

 

Amelie Russana

Atelierarbeit zwischen Visionen und Malerei

Nach Bergamo verspürte ich den starken Drang und hörte diesen Ruf in meinem Kopf „malen, malen, als Nächstes malen, malen, … malen auf Papier ... malen auf Papier“. Da lag es nahe, diesem Ruf zu folgen und sich auf die großen Aquarellmalereien zu konzentrieren. Die Malereien ziehen mich in sich hinein. Sie umgeben einen. Auf einmal floss alles aus mir heraus, als hätte es nur darauf gewartet, um endlich zu platzen. Das Malen und Nachdenken über Malerei und den Ruf wurden zu einem befreienden Prozess.

 

Die Malereien und Zeichnungen entstehen. Das Element einer träumenden, sinnlichen Frau wird immer dominanter, schiebt sich ungeplant in jede Zeichnung hinein. Als ob alles was ich anfasse zu transparenter, zarter Haut wird. Ich folge dieser Dominanz, konzentriere mich auf diese leuchtende Wärme. Zu ihr gesellt sich die Präsenz der ewigen dunklen Nacht. 

 

So begannen meine Hände, die sinnlichen träumenden Frauen mit der tiefen Dunkelheit eines Blaus und den Symbolen der Nacht, dem Mond und den Sternen, zu verbinden und verweben. 

Familienaltar zum Dia de Muertos

 

" Dieses Jahr wollte ich dem Betrachter die Möglichkeit geben, unseren jährlichen Familienaltar zu betrachten, um besser zu verstehen, aus welcher Quelle meine Arbeit schöpft. Für viele ist das, was ich künstlerisch sage und die Behauptung dahinter unvorstellbar. Für mich und meine Familie ist es etwas Besonderes und Alltägliches zugleich." A.R.

 

Amelie Russana widmet der geistigen Welt, als Wertschätzung für die Zusammenarbeit, jedes Jahr eine künstlerische Arbeit. Dieses Jahr hat sie sich dafür entschieden, den Familienaltar öffentlich auszustellen. Der, sonst in den privaten Räumen aufgebaute, Altar wird für den Dia de Muertos öffentlich gezeigt. Amelie Russana und die geistige Welt kommunizieren in Form von Bildern und Visionen miteinander. Aus diesen Visionen entstehen ihre künstlerischen Arbeiten.

Was ist der Dia de Muertos?

 

Der mexikanische Dia de Muertos wird in der Nacht vom 31.10. auf den 01.11. gefeiert. Es ist die einzige Nacht im Jahr, in der sich die Grenze zwischen der lebendigen und der geistigen Welt auflöst und die Verstorbenen die Angehörigen besuchen können. Es ist ein freudiges, besinnliches und buntes Fest und man feiert es in großer Runde gemeinsam.

Damit die Toten den Weg zu ihren Familien finden und nicht auf Abwege kommen, bauen die Familien einen Altar. Auf dem Altar stehen die Bilder der Verstorbenen. Es werden Essen und Getränke bereitgestellt. Spielzeug und persönliche Dinge finden einen Platz auf dem Altar sowie ein christliches Symbol. Das bunte Papel Picado und die Studentenblume "Cempasuchil" dürfen auf keinen Fall fehlen. 


 

Wer sind die Personen auf dem Altar?

 

Opa Adi, der Bäcker aus der Steingasse. Er war ein schweigsamer Mensch, der wenig über sich erzählte und fast 30 Jahre Bäcker in dieser Straße, gleich im Haus daneben, war. 

 

Kurt und Sigrid: Sigrid war eine leidenschaftliche Botanikerin. Sie reiste nach Bolivien und Ecuador, um Orchideen zu finden. Mit einem Jeep und etwas Spanischkenntnissen fuhr sie durch den Dschungel und entdeckte viele unbekannte Arten. Diese Orchideen sind bis heute im hiesigen botanischen Garten. Kurt und seine Familie leben schon lange in Heidelberg. Seine Familie baute die Schlossbergbahn und er betrieb einige Steinbrüche in der Region, auch in Dossenheim. Er war ein sehr geduldiger und lieber Mensch. 

 

Tante Mi (Maria) floh mit der Familie ihrer Schwester im Zweiten Weltkrieg vor den Russen von Königsberg nach Heidelberg. Kurz vor Kriegsbeginn heiratete sie die Liebe ihres Lebens, Viktor. Sie waren nur drei Wochen verheiratet. Dann musste Viktor in den Krieg, von dem er nicht zurückkam. 

 

Abuelo Fidel musste sehr früh lernen, was es bedeutet auf sich alleine gestellt zu sein. Mit sieben sterben die Eltern. Die kleine Schwester stirbt, nachdem sie Erde gegessen hat, kurz danach. Der Onkel in Veracruz will ihn nicht. Er ist alleine auf der Welt und muss sich erstmal als Straßenkind in Mexiko City durchschlagen. Es gelingt. Er lebt ein sehr armes, aber fleißiges und ehrliches Leben. Den fünf Kindern ermöglicht er es zu studieren. Das Haus, in dem die Familie wohnt, hat er selbst gebaut. Bei Sturm müssen alle Familienmitglieder das Wellblechdach festhalten, damit es nicht wegfliegt.

 

“Tita” Ofelia war eine starke, temperamentvolle und leidenschaftliche mexikanische Frau. Sie ging ihren Weg und ließ sich von nichts beirren. Sie verdiente ihr eigenes Geld, heiratete zweimal und liebte es, zu reisen. Sie war eine liebevolle Großmutter. 

 

Tito, eigentlich Ignacio, war Ophelias zweiter Ehemann. Beim Tanzen haben sie sich kennengelernt. Er war Automechaniker und hatte eine kleine Werkstatt in der Colonia (Stadtviertel).    

 

Über Jorge ist wenig bekannt, vieles kam erst nach seinem Tod heraus. Er war Ophelias erster Ehemann, der die Familie früh verlassen hatte. Den Kontakt zu seiner Tochter durfte er erst nach Ophelias Tod wieder aufnehmen. Als sich Vater und Tochter wieder treffen, ist sie bereits Mitte fünfzig.

Der Altar ist vom 25.10. bis 06.11.2022 zu sehen.