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AKTUELL EINZELAUSSTELLUNG 

"BERGAMO" 

01.06.-11.09.2022

MI-FR 12-14 & 15-18 UHR

SA-SO 11-14 & 15-18 UHR

(geschlossen am 15-17.06.2022)

Malereiausstellung in der Steingasse 10, Heidelberg

"Sneak Peak"
Newsletter im Mai

Es ist geschafft! 

Die Malereien sind fertig!


Exklusiv für euch ist hier ein erster Einblick. Die Zwillinge warten nur noch darauf, gehängt zu werden. Bald schon kann der Betrachter das im Ansatz miterleben, was mir vor zwei Jahren gezeigt wurde.

"Ukraine, Corona und wie ich Bergamo fand"
Newsletter im März

Der März war ein schwieriger Monat im Atelier. Zuerst unterbrach eine Coronaerkrankung die Arbeit für zwei Wochen. Dann begann der Krieg in der Ukraine und während ich mich auf das Desaster der Coronapandemie konzentrieren musste, kamen im Zwanzig-Minuten-Takt die Pushnachrichten auf mein Handy hinein. Krieg in Europa. Das Atelier wurde für eine Woche ein Zwischenlager für Hilfsgüter, die in die Ukraine gebracht werden mussten. Die künstlerische Arbeit lag brach. Ich nahm die Zeit nur noch zwischen Adrenalinschüben und Taubheit war.  

 

Und trotz all dessen, beendet ich den ersten Zwilling. Die Leinwände für den zweiten Zwilling wurden vorbereitet und am ersten April konnte ich den ersten Strich des zweiten Zwillings malen. Und während die Welt draußen erst ganz nah war und das Atelier einnahm: das Virus, der Krieg, das dauerleuchtende Handy wurde es nach dieser Schockwelle tiefen still. Diese Stille brachte mich wieder in meinen weißen Raum und mir wurde viel gezeigt. Fast alles ist in Skizzen festgehalten. Wieder vieles, was gemalt und geschaffen werden muss. 

 

Jedoch muss jetzt der Fokus auf Bergamo bleiben, denn das muss als Nächstes gezeigt werden. Deswegen habe ich einen Auszug meines Tagebuchs abgetippt, darüber, wie ich Bergamo zum ersten Mal gezeigt bekam.

"Ich brachte mich in meinen Raum. Alles ist schwarz. Nur mich kann ich sehen. Kein oben, kein unten. Dann sagte ich: Zeig mir, was Bergamo bedeutet. Ein Dahlienfeld kam auf mich zu. Ein großes Feld. Auf den ersten Blick sieht es schön aus in der Nacht. Ein Zauber. Diese großen Blumen und die blaue Nacht. Dann erst merke ich, dass fast alles vertrocknet ist und die Blumen abgebrochen sind. Ein Feld zwischen Blühen und Tod. Dazwischen. Zwischen den Blumen flimmert etwas. Ich kann es nicht erkennen. Es blitzt heftig vor den Augen. Ich kann das nicht auflösen. Tagelang sehe ich dieses Blitzen zwischen den Blumen. Dann ziehe ich es auseinander und ein neues Bild zu Bergamo entsteht. Große und kleine, dicke und dünne vollblühende Dahlien schweben an mir vorbei. Ich muss an den Styx denken. Das sind die, die gegangen sind und das erste Bild des verdorrten Feldes ist das hier und jetzt. Die Arbeit kann beginnen."

"BERGAMO- Die Malerei der Pandemie"
Newsletter im Februar

"Ich möchte, dass die Malerei auf den ersten Blick sehr verführerisch und "schön" auf den Betrachter wirkt. Sie soll sich als unschuldig suggerieren. Erst auf den zweiten Blick, der dann tiefer in die Malerei einlädt, soll sich herausschälen, dass es sich hierbei um ein leeres Feld voll Sterbender und Knochen handelt."

 

Amelie Russana

"2022 BERGAMO- Die Malerei der Pandemie"
Newsletter im Januar

"Es ist mein Wunsch, Sie daran zu erinnern, dass ich stets davon überzeugt war und noch immer davon überzeugt bin, dass ein Künstler, der mit geistigen Werten lebt und umgeht, angesichts eines Konflikts, in dem die höchsten Werte der Humanität und Zivilisation auf dem Spiel stehen, sich nicht gleichgültig verhalten kann.“

(Pablo Picasso zu Guernica im Dezember 1937)

 

Zerstörte Menschenleben und Familien, nicht endend wollende Trauer und Einsamkeit. Niemand wird je die Konvois von Militärlastern vergessen, die die Toten aus der Stadt Bergamo brachten. Ein liebe- und würdevoller Abschied war in der Stunde des Todes nicht möglich. Ich widme Bergamo, als Requiem allen Menschen, die infolge der Pandemie in Einsamkeit verstorben und beerdigt worden sind. 

 

Bergamo ist mein erstes Werk im dritten Jahr der Pandemie und wird im Mai 2022 gezeigt werden. Die Malerei wird den gesamten Raum einnehmen. Man wird sich in ihm kaum noch bewegen können. Jede der beiden Zwillingsmalereien wird aus acht Leinwänden bestehen. Sie zeigen ein Dahlienfeld bei Nacht. Ich kenne diese Bilder bereits seit 2020 und werde sie jetzt im Februar malen. Das Licht kehr zurück, zwar noch kaum wahrnehmbar aber dennoch voller Zärtlichkeit und Hoffnung. 

"Jahresrückblick 2021 - Das Jahr des weißen Raumes"
Newsletter im Dezember

“Meine Arbeit beruht darauf dem nachzugehen was ich im weißen Raum vorfinde. Ich gebe dem Unsichtbaren einen Körper. Dies ist meine Aufgabe als Künstlerin." Amelie Russana

 

Zu Studienzeiten malte ich meinen Atelierplatz mit Wandfarbe weiß, die Tische, Stühle und mich auch. Alles sollte in diesem Weiß verschwinden, bis nur noch die Malereien und Skulpturen sichtbar waren, die sich aus dem Weiß heraus entwickelt haben.

 

Das Atelier in Heidelberg, das ich 2021 eröffnen konnte, gibt mir die Möglichkeit noch weiter diesen weißen Raum zu durchdringen, um noch genauer zu arbeiten und noch klarere Werke zu formulieren. "Der Jäger" wurde während der Umbaumaßnahmen und der zweiten Coronawelle erstmals gezeigt, dann wurde mit der Arbeit “Die Nacht hat zwölf Stunden” das Atelier für Betrachter offiziell eröffnet. Damit wurden zum ersten Mal Malereien gezeigt, die im   Pandemiejahr 2020 entstanden sind. Mit der Installation "Leviathan" neigt sich dieses Jahr dem Ende zu. Sicherlich war "Leviathan" diejenige Arbeit gewesen, die dem Betrachter am anschaulichsten den Zugang in den weißen Raum ermöglicht hat.

 

Meine künstlerische Arbeit in 2021 wurde mit zwei Stipendien des Landes Baden-Württemberg gefördert. 

 

Ich wünsche Ihnen Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch in das Neue Jahr. 

Die nächsten Ausstellungen in 2022 werden Sie noch tiefer in den weißen Raum mitnehmen. 

"LEVIATHAN"
Newsletter im November

“Ich sammelte gerade Knochen und Blätter aus einem Fluss, der in das Meer mündete, heraus als ein riesiger schimmernder Berg an mir vorbei glitt. Es funkelte und leuchtete. Es gab kein Ende, nicht in den Himmel hinauf und nicht gen Horizont. Es war wunderschön. Es war jedoch kein Berg, es war ein Fisch, ein Gigant und weil ich so etwas noch nie gesehen hatte kannte ich nur ein Wort aus einer alten Geschichte dafür:  Leviathan

Weil es mir nicht möglich war ihn hierher zu bringen, tat ich das, was mir möglich war und brachte nur ein Stück seiner Haut mit.” 

"Berthold Brecht und -Die Nacht hat zwölf Stunden-"
Newsletter im September 2021

“ Wir befinden uns alle zurzeit in der Nacht. Die Nacht ist die Pandemie und das können wir nicht ändern. Der Tod, die Dunkelheit und die Routine der konstanten Bedrohung gehört zu unserer aller Alltag. Um einen passenden Titel für die Ausstellung auszusuchen, habe ich mich für den Satz aus Bertolt Brechts Gedicht - Das Lied von der Moldau - von 1944 entschieden. Er schrieb es im Krieg und darin gibt es diesen denkwürdigen Satz "Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag". Was für die Malereien und dieses Gedicht existentiell ist, ist der Ist-Zustand und zugleich das Versprechen auf den Tag, den Wechsel. Also damit auf die Veränderung, um damit letztendlich das Versprechen, dass sich jeder Horror wieder verwandeln kann. Das Leben findet einen Weg. Die Malereien, die in der Pandemie geboren wurden, enthalten die Dunkelheit, aber auch das Versprechen auf Licht. Wir befinden uns sozusagen in der blauen Stunde der Nacht ” 

"Die Nacht hat zwölf Stunden-"
Newsletter im August 2021

"Corona hat die Menschen in meinen Malereien ausgelöscht. Daraufhin gab es nur noch Schwärze auf den Malträgern. Diese verwandelte sich Stück für Stück in die Schwärze der Nacht. Ganz langsam kam dann das Licht dazu und die Nacht begann sich in Blau zu kleiden. In diesem Nachtblau fingen an Dahlien zu wachsen. Wann und ob der Tag kommt ist ungewiss.......Aber das ist ok für mich."